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Cathérine Andrzejewski: Ich habe eine Schmierseife, und das ist das wertvollste Geschenk, das ich je bekommen habe. Mein Großvater bekam jeden Monat zu seinem Lohn ein Stück Seife für seine Familie. Ich glaube, diese Seife muss ungefähr zwanzig Jahre alt sein. Wenn ich diese Seife sehe, sehe sofort den Keller, ich sehe meinen Großvater, diese Küche und ich rieche sofort - ich sehe die Fabrik, in der er gearbeitet hat - diese Seife ist so voller Geschichten! (Seife in der > ausstellung) |
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Yared Dibaba: Wir versuchen, unseren Sohn dreisprachig zu erziehen, d.h. auf deutsch - und meine Frau ist Portugiesin. Ich hoffe, dass es für unseren Sohn eine Bereicherung ist, dass er diese drei Heimaten in sich vereinen kann - und er muss es natürlich auch, denn er hat ja keine andere Wahl. Und ich wünsche mir, dass er in den nächsten Jahren nach Oromia geht. Ich kann leider nicht zurück aufgrund der politischen Situation, aber meine Frau und mein Sohn können hin, und er sieht dann seine Urgroßmutter und seine zweite oder dritte Heimat - oder seine erste - je nachdem. |
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Yolanda Gutiérrez: Wenn ich da sitze, dann sehe ich diese aufgespannten Tücher, diese Körbe voller Brot und viele Frauen, die ganz schön von hinten zu sehen sind, weil sie breit sind und lange Zöpfe haben, und die Blumen stehen so vor ihnen - das ist einfach ein starkes Bild! |
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Mokhtar: Der Brunnen war 33 Meter tief! Ich weiss noch genau diesen Moment, als ich mich ganz vorsichtig fallen gelassen habe - auf einmal knarrt es! Ich bin ins Wasser rein - tief - ohne dass ich den Boden berührte! Ich war ausser Atem, weil das Wasser sehr kalt war! Noch heute fühle ich an meinem Körper diese Spannung, und dass ich erlebt habe, wie tief das war! Sehnsucht habe ich nach den Wasserquellen, nach der reinen Luft, nach dem Geschmack von Früchten. |
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Dora-Otima Quainoo: Es ist kein besonderes Essen - aber die Liebe, mit der meine Mutter es serviert! Und ein Kind sagt: Meins ist so wenig!, und sie sagt: Ach komm, iss das erst einmal! Gott bringt uns unser Huhn oder ein großes Brot - oder ice cream! Morgen bringt dir Gott bestimmt was! Und als Kind habe ich nicht gewusst, dass morgen nie kommen wird! |
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Antonio Cosenza: Ich wollte als Kind unbedingt diese kleine Gitarre haben. Nur war ich sehr frustriert, dass sie überhaupt keinen Klang brachte. Ich habe schon damals versucht, sie umzubauen, mit echten Saiten und nicht so ein Draht. Und ich weiss ganz genau, dass meine Eltern merkten, dass Musik zu mir eine starke Verbindung hat, weil ich schon ein paar Kinderlieder auf dieser Gitarre gespielt habe. (Kindergitarre in der > ausstellung) |
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Ge-Suk Yeo: Und dann bin ich auf den Altonaer Balkon. Ich dachte, da direkt fängt das Meer an. Ich hatte den Hafenblick - und ich war so glücklich! Und dann kam plötzlich ein Schiff aus China! Ein großes Schiff in der Stadt! Aus China, Korea, Holland, aus aller Welt! Und da hatte ich ein Gefühl, dass hier Heimat sein kann. |
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Keyvan Taheri: Ja, also für die Pfefferstraße bin ich dankbar. Die hat mich gut geformt. Diese Pfefferstraße, halt. 31. Pfefferstraße 31. Ich kann sogar noch die Telephonnummer. 647... Oder 6471058 - ja genau! Die Telephonnummer weiss ich auch noch. Unglaublich! |
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