zurückProjekt-Kurzbeschreibung WordTradeCenter - Der andere Turmbau Der Turmbau zu Babel gilt als das kulturhistorische Schlüsselereignis multilingualer und multikultureller Auseinander-Entwicklung (Diversifikation) nicht nur in der abendländisch-christlichen Tradition. Die geografische Lage (im ehemaligen Mesopotamien/Zweistromland) galt als Mittelpunkt der damaligen Welt und ist aus heutiger Sicht Nabelpunkt gemeinsamer kultureller (und religiöser) Geschichte. Der Turmbau zu Babel hat eine Reihe religiöser, sozialer, philosophischer und gesellschaftspolitischer Auslegungen und Interpretationen erfahren. Mein Projekt nimmt die Auswirkung des Turmbaus, nämlich die ''Strafe'' Gottes, dass die Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen und einander nicht mehr verstehen, zum Ausgangspunkt der Bearbeitung. Die unterschiedlichen Sprachen in einer inter-/multikulturellen Welt liefern das Material, aus dem ich einen interaktiven Turm (4h x 2b Meter) erstellen/mauern möchte. Auf einfache Ziegelsteine schreibe ich mit weißer Farbe Worte, aus unterschiedlichen Sprachen von Menschen unterschiedlicher Herkunft. (Interkulturell verstehe ich dabei auch im Sinne von Dialekt, regionaler Sprach-Kultur z.B. hessisch, und auch ob ein Mensch hierarchisch oder individuell in seiner Lebensführung ausgerichtet ist). Alle Teilnehmer/innen und Besucher/innen können ein Wort abgeben, das ihnen wichtig ist, das für sie eine Bedeutung hat, das sie gerne aufschreiben möchten, in ihrer Sprache, ihr Ausdruck. Ich schreibe diese Worte auf die Ziegelsteine und füge sie zu einem Wort-Turm zusammen. Mit dieser interaktiven Skulptur möchte ich das Thema des Turmbaus zu Babel aufnehmen und in einer partizipatorischen Form symbolisch umkehren, d. h. dieser Turm soll nicht als Ausdruck menschlicher Hybris/Machtstrebens entstehen, sondern als Symbol für die Bedeutung der Sprachen in einer gemeinsamen Gestaltung von Lebenswelt und interkultureller Kommunikation sein. Die gemeinsame Konstruktion steht für den Verständigungsprozeß, der über eine gemeinsame künstlerische Arbeit, eine Zusammenführung des jeweils eigenen Ausdrucks zustandekommt. Jede/r, der teilnimmt erhält für sein/ihr gegebenes Wort einen kleinen beschriebenen Stein zurück (WordTradeCenter). ggfs. Internet/Web-Abbildung des Projektes. Das Projekt ''WordTradeCenter - der andere Turmbau'' sehe ich in der Realisation auf dem Kampnagel-Gelände. Das ehemalige Industrie-/Fabrik-Gelände mit seinen Essen und Schloten habe ich sofort vor Augen gehabt, als ich meine Projektskizze entwarf. Die kulturgeschichtliche Dimension und die Materialebene (Ziegel, Turm-/Hochbau) konnotieren meiner Ansicht nach sehr gut mit dem Projekt. Wenn auch das eigenarten-Festival für den Monat November vorgesehen ist, möchte ich den Turmbau am liebsten draußen realisieren. Ergänzend zu meiner künstlerischen Arbeit möchte ich einen künstlerischen Workshop in angewandter Literatur anbieten: Babbel - Wirrnis - Wortmelange Dieses SchreibAtelier richtet sich an schreib- und literaturinteressierte Künstler/innen, Autor/innen und Experimentierfreudige, die in ihrer eigenen Sprache und/oder einer Mischung aus verschiedenen Sprachen plus Deutsch die Geschichte vom Turmbau zu Babel aufgreifen und ebenfalls weiterbearbeiten wollen. In moderierter Form können sich dabei die unterschiedlichen Sprachen gegenseitig Ressource sein und neue Ausdrucksformen entstehen (zwei- und mehrsprachige Texte z.B.) Welche Texte entstehen in der Auseinandersetzung mit den anderen Sprachen? Wie gelingt eine Verständigung, die zu jeweils neuen, eigenständigen Textkörpern führt (wie z.B. in der Schule für Dichtung, Wien)? Die Ergebnisse sollten/können im Rahmen des Festivals gelesen/präsentiert werden. Hier sehe ich eine Kooperationsebene mit dem N+K-Club auf Kampnagel, der für experimentelle Wort-Beiträge (''Buchstabensuppe'' etc.) bekannt ist. (c)k.hof2001 Kerstin Hof, Wort-Amme 1989 Magistra Artium in Literaturwissenschaften, (Germanistik und Soziologie) an der Uni Siegen, erste Schreibseminare für Frauen, Arbeit als Autorin, Redakteurin und Dozentin 1991 Umzug nach Hamburg, Redakteurin, Journalistin (u.a. BRIGITTE, STERN TV Magazin, Klassik Radio), Fortbildung im Sprechen an der Stage School for Drama & Dance, Marketing-/PR-Managerin in einer Software-Firma, Presse- und Öffentlichkeitsreferentin, Autorin, Dozentin, Fortbildung zur Gestalttherapeutin, poesietherapeutische Einzelarbeiten, seit 1997 Bureau für kulturelle Affairen - BKA, seit 1999 das ''Lebensmittelgeschäft'' (Kunst ist ein Lebensmittel) Bücher: Digitale Reprografie (Co-Autorin) 1996, Die Stadtverführerin Hamburg (Mit-Herausgeberin, Autorin) 1998 Projekte ab 1998: l Zukunftskoffer - Kunstaktion Museum der Arbeit, Hamburg 1997 l ''Nicht oft, aber immer öfter'' - Schreiben und szenisches Spiel mit Jugendlichen, Straßentheater mit Wort-Spuren, Text-Zeichen ud Sinn-Losen im Hamburger Hauptbahnhof l Mukojima-Japan-Haus - Schreiben und Architektur und Fotografie für ein japanisch-deutsches Kulturzentrum an der Elbe; in Kooperation mit dem Architekten Ulrich Thormann und der Fotografin Stefanie Ritter; Ausstellung und Lesung l Park Fiction - Park für St. Pauli; Realisation und ÖA Ausstellungen + Projekte in 1999: l Feinkost-Ausstellung ''Mein eigenes Leben'' zur Eröffnung des Lebensmittelgeschäftes (''Kunst ist ein Lebenmittel''), Text-Installationen, Performance und Lesungen der Gruppenmitglieder am 17. Januar l zahlreiche Workshops (Sehnsucht in Eidelstedt, SIT, Sommerakademie Dresden u.a.) und Lesungen Ausstellungen + Projekte 2000: l Wort-Sinn-Rakete - Ausstellung der Dozent/innen der 2. Dresdner Sommerakademie, Kunsthalle Dresden 1999 l Wortfindungsaktion - im Rahmen des Brustaktionsmonats gemeinsam mit der Hamburger Künstlerin Britta Bonifacius, Ausstellung im Frauenmuseum Bonn 1999/2000, eMail-Aktion l Ideen-Wäsche - Kunstaktion von Katrin Zschirnt, Atelier Grundriß 1999 l Buch der Engel - Lesung und interaktives Schreibinstallation in Lübeck, Kirche l Symbole (Ao und Überformate) für die Frauenkonferenz im Michel, Hamburg l Teilnahme bei der St. Pauli-art, Werkschau von Künsterlinnen und Künstlern aus St. Pauli, 14. Mai 2000 l Lesung bei den Unheimlichen Dichterinnen 2000 l ''woher: Heimat?'' ein transit-kulturelles Projekt. Interaktive Installation in der Hamburger U-Bahn gemeinsam mit MAKSA, eigenArten-Festival 2000 l ''Zeichen an der Wand'' WandMalZeichn-Projekt mit japanischen Kunststudent/innen und der Hamburger Wandmalerin Hildegund Schuster. Interkulturelles Austausch-Projekt im Rahmen der agnda 21. Realisation: am Blankenser Bahnhof Ausstellungen und Projekte 2001: lSchreibAtelier im Rahmen von KoinziDance-Schule für Interdiziplinäre Kunst, Hamburg lTeilZeit. SchreibAtelier unter Freiem Himmel an der Steinskulptur (Projekt ''Teilhaben'') von Stephanie Rückoldt lLebensSpurenGeschichte. Kunst-im-öffentlichen-Raum-Projekt (angewandt Literatur) in Langenhorn lWortReiche - die Felder rund um's Wort. Ein ganzheiltiches Projekt mit Abschluß-Soiree und japanischen Gästen im Rahmen der altonale lEATWAW - European Writing Association Conferenz, Groningen. Vortrag über die Bedeutng von Kunst und Körper beim Schreiben/im Unterrichten des Schreibens. Zudem: Interaktive Installation ''WortRakete - ein poetisches Projekt 2000'' lSommerakademie für Bildende Kunst FH Ottersberg ''Schreiben als Kunst - Writing as Art'' l''WordTradeCenter - der andere Turmbau'' im Rahmen des eigenArten- Festivals. Zudem: ''Babbel - Wirrnis - Wortmelange'' collaborative artwork für Künstler/innen und Autor/innen